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5 Gründe, warum du als Erwachsene*r Ballett anfangen solltest…

Du bist dir noch unsicher, ob du Ballett machen willst? Vielleicht helfen dir diese 5 Gründe, warum du als Erwachsene*r Ballett machen solltest, bei deiner Entscheidung.

1. Du gewinnst eine neue Art, deinen eigenen Körper wahrzunehmen

Du denkst wahrscheinlich, dass du deinen Körper ganz gut kennst, oder? Dachte ich auch. Im Ballett habe ich gemerkt, dass ich ihn eigentlich nicht so gut kenne, wie ich dachte.

Dieses Grand Plié, das sich so gut angefühlt hat? Hintern war rausgestreckt.
Port de Bras? Schultern hochgezogen.
Relevé? Gewicht nicht nach vorne und Bauchmuskeln nicht aktiviert.

Und da die meisten Ballettlehrer*innen großen Wert auf Körperhaltung legen – zurecht, denn mit falscher Körperhaltung funktionieren manche Übungen nicht oder werden zum Verletzungsrisiko – verändert sich deine ganze Haltung.
Auch die Wahrnehmung wird differenzierter. Ich konnte plötzlich wahrnehmen, ob meine rechte Hüfte parallel zur linken steht, ob mein Kiefer angespannt ist, ob meine Armbewegungen fließen und in welchen Regionen der Muskelkater genau vorkommt.

Du kannst also eine bessere Körperwahrnehmung vom Ballett bekommen, was es dir ermöglicht, Verletzungen und Unwohlsein schneller zu erkennen.

2. Du bekommst ein Fitnesstraining für Körper & Geist

Wir alle wollen fit bleiben, oder? Uns in unserem Körper wohlfühlen und nicht alle zwei Wochen wegen eines neuen Wehwehchens zum Arzt rennen müssen.
Und wenn du nicht gerade Bodybuilding-Champion oder Karate-Schwarzgürtel werden willst, dann kannst du es auch mit dem Ballett machen.

Ballett stärkt nicht nur die Muskulatur in Füßen und Beinen, sondern auch die Bauch- und Rückenmuskulatur.
Außerdem reagieren wir Menschen oft mit positiven Emotionen auf wohlklingende Musik, was es noch viel ansprechender machen kann, zu tanzen. Egal wie schlecht mein Tag war, nach dem Balletttraining ist meine Laune immer gehoben.

Und keine Angst: Selbst wenn du keine klassische Musik magst, ist das kein Problem. Inzwischen benutzen sehr viele Ballettlehrer die CDs vom britischen Musiker David Plumpton, der Pop-, Rock- und Musicalsongs für den Ballettunterricht arrangiert und einspielt.

Und fürs Gehirn hat das Ballett auch einige Aufgaben: Neue Kombinationen und Schrittfolgen zu lernen fordert deinen Geist und die Ausführung mit Richtungswechseln fördert zugleich deine Koordination. Auch das Gehör wird geschult, Takte zu hören und die Bewegungen an die Musik anzupassen.

3. Ballett kann dein Selbstbewusstsein boosten

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mein Selbstbewusstsein schwankt stark. Wenn mal was an der Uni schiefläuft, ich mich mit meinem Verlobten gestritten habe, meine Angststörung mich mal wieder gehemmt hat, dann bekommt mein Selbstbewusstsein einen kleinen Knacks.
Oft ist aber auch mein Blick auf meinen eigenen Körper die Ursache des angeknacksten Selbstbewusstseins. Die meisten Menschen kennen das, wenn man das Gefühl hat, zu einem Gymnastikball aufgebläht zu sein oder dass das Gesicht schon wieder pickelig ist oder die Speckröllchen einen im Spiegel unförmig aussehen lassen.

„Aber wenn ich mich dann beim Ballett im Spiegel sehe, wird das dann nicht noch verstärkt?“, fragst du dich wahrscheinlich.

Diese Befürchtung hatte ich auch, aber bei mir ist genau das Gegenteil eingetreten. Ich habe plötzlich im Spiegel die Person gesehen, die zwei Pirouetten kann, deren Port de Bras wunderbar fließen, deren Grand Jeté sie aussehen lässt, als würde sie von sanften Flügeln getragen.
Ich habe plötzlich das gesehen, was ich wirklich kann und nicht das, was ich mir einrede, zu sein oder zu können. Das erstickt natürlich nicht alle Selbstkritik im Keim, aber die Ballettstunden sind immer Stunden zum Luftholen und Selbstbewusstsein tanken.

4. Du kannst deinen Horizont erweitern

„Beim Ballett sind doch alle gleich… weiße Strumpfhose, schwarzes Trikot, weiße Schläppchen und Dutt…“

Du kannst dir nicht vorstellen, wie oft ich das schon gehört habe…

Bei den Kindern und Jugendlichen, die Ballett tanzen, mag es vielleicht genau so aussehen, aber bei den Erwachsenen ist das absoluter Blödsinn, z.B. sind allein in der Gruppe im externen Studio:

  • 1 Einkäuferin einer großen Automarke, jetzt pensioniert
  • 1 Bibliothekarin
  • 1 Fotografin
  • 1 Internistin
  • 4 Studentinnen (Germanistik, Innenarchitektur, Soziale Arbeit, Zahnmedizin)
  • 1 Schülerin
  • 1 Dame, die einen Turnbedarfsladen hat

Im Kurs an der Uni habe ich auch Psycholog*innen, Chemiker*innen, VWLer*innen, Wirtschaftswissenschaftler*innen und Theaterwissenschaftler*innen getroffen.

Du kannst also mit dem Ballett auch deinen Horizont erweitern, Menschen kennenlernen, die sich zwar auch fürs Ballett interessieren, aber den Rest ihrer Zeit mit ganz anderen Dingen zubringen.

Gerade für Menschen wie mich, die allgemein schüchtern sind, macht es das leichter, Freundschaften zu schließen – selbst wenn man nur auf Hin- und Rückweg zum Training darüber redet, wie man das Petit Allegro mal wieder versemmelt hat.

5. Du hast den Freiraum, dir selbst Ziele zu setzen

Im Gegensatz zu einem festen Kurrikulum, bei dem man innerhalb eines Jahres eine bestimmte Stufe erreichen muss, kannst du dir in den meisten Ballettkursen für Erwachsene eigene Ziele setzen und sie selbstständig erreichen, ohne den zeitlichen Druck – weder von deinem Gewissen noch von deiner*m Ballettlehrer*in.
Du willst diese Woche dein Auswärts verbessern? Mach doch. Bitte vielleicht deine*n Trainer*in, die Korrekturen darauf abzustimmen.
Du möchtest deine Körperhaltung konsequent verbessern? Achte auf deine Rippen, Schultern und Hüfte.

Niemand wird dir sagen, dass du in einem Jahr deinen Seitspagat haben musst.

Niemand wird dir sagen, dass dein Auswärts in zwei Monaten 180° sein muss.

Du hast die Freiheit, dir beim Sport selbst Ziele zu setzen und genau deshalb ist das Erwachsenenalter genau das richtige, um Ballett zu beginnen.

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